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Aug
04

„Der letzte Gutenberg von Venedig arbeitet ohne Computer“

Buchgeschenk für den Druckereibesitzer Gianni Basso

"Der letzte Gutenberg von Venedig arbeitet ohne Computer"

Geheimtipp in Venedig: Ein Besuch beim Stampatore (Drucker) Gianni Basso.

Rainer Neumann (Schnieder Reisen, Hamburg) flog dieser Tage für die Vorbereitung einer Reise-Idee („Venezianische Spaziergänge“) nach Venedig und besuchte auch Gianni Basso in seiner Druckwerkstatt . Im Gepäck: Der neue Roman „Eddie will leben“ des Quickborner Autors Peter Jäger.
„Diese Existenzsorgen habe ich nicht“, sagt der extrovertierte Gianni Basso, als der 61-jährige venezianische Buchdrucker den neuen Roman „Eddie will leben“ von Peter Jäger in seinen Händen hält. Zukunftsparallelen zwischen dem italienischen und dem deutschen Buchdruckgewerbe gibt es trotzdem zuhauf.
Auch in Italien mussten sich viele Druckereien der Digitalisierung anpassen und sich verändern. In Venedig war es nicht anders. Im 15. und im 16. Jahrhundert galt die Lagunenstadt sogar als europäischer Mittelpunkt des Buchdrucks. „Das ist lange her“, schmunzelt Gianni Basso. „Von den über 150 Druckereien, die es in Venedig gegeben haben soll, bin ich der letzte Buchdrucker.“
Vor über 30 Jahren eröffnete der eloquente Venezianer, der sogar etwas deutsch spricht, seine Druckerei. Das Handwerk des Buchdrucks hat er von der Pike auf bei den Mönchen gelernt. „Die schwarze Kunst des Buchdrucks“ und die große Verehrung für den Mainzer Erfinder Johannes Gutenberg ließen den kreativen, aber auch geschäftstüchtigen Handwerker nicht mehr los. Er übernahm nach und nach ausgediente Druckpressen, alte Setzkästen, Klischees und vieles mehr. Buchdruck-Experten aus der ganzen Welt, Liebhaber der „schwarzen Kunst“ gaben sich in seiner kleinen Werkstatt mit Ladengeschäft seitdem ein Stelldichein im venezianischen Stadtviertel Cannaregio.
Alle bestaunen seine kleine Werkstatt, die inzwischen durch ein privates Museum ergänzt wird. Er führt die Interessierten zu seinem Arbeitsplatz, zeigt ihnen Druckerzeugnisse und erzählt begeistert wie er zu den fast „Hundertjährigen“ kam. Gemeint sind seine Druckpressen, die mit Respekt und Zuneigung gehegt und gepflegt werden.
Edle Visitenkarten, erstklassige Briefbögen, handgesetzte Briefkarten und vieles mehr ohne Computersatz. Alles vom Meister persönlich per Hand entworfen. Nicht ohne Stolz zeigt er auf „seine Presse -und TV Berichte“, die bereits in der FAZ, im ZDF und im ORF erschienen sind. Das die US-Schauspielerin Angelina Jolie und der britische Schauspieler Hugh Grant auch zu seinen treuen Kunden in Venedig zählten, liest man in den örtlichen Medien. Einen Computer hat der Stampatore (Drucker) bis heute nicht. Es gibt keine Mailanschrift, nur ein altes Telefon und seine Werkstattadresse Calle del Fumo.
Man muss sich also auf den Weg machen, um diesen ungewöhnlichen, sympathischen Handwerkskünstler und seinen Sohn Stefano kennenzulernen. Sein Sohn ist in der Zwischenzeit ins Druckgeschäft eingestiegen und hat vom kunstsinnigen Vater viel gelernt. „Meine Geschichte wird auch gut ausgehen“, sagt Gianni Basso beim Blick in Peter Jägers Roman. Das will man dem Venezianer gerne wünschen, denn er ist wirklich noch der „letzte Gutenberg“ in Venedig. So wird er heute von seinen weltweiten Kunden genannt.
Von Rainer Neumann
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Buch Info:
Peter Jäger, der Buchautor, hat in seinem Roman über die Existenzsorgen und die technische Veränderung im Druckgewerbe spannend und authentisch geschrieben. Der Roman ist im Kadera-Verlag in Norderstedt erschienen. Preis 12 Euro. ISBN-13: 978-3944459424
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Reisetipp: „Venezianische Spaziergänge (Gruppenreise); z.B. vom 03.-07. Dezember 2015.
Venedig in der Adventszeit – klingt das nicht wunderbar!
„Süßer die Glocken nie klingen als in der Lagunenstadt. Sie werden hören, sehen und staunen!
Eine besondere Reise in eine einzigartige Stadt mit Dr. Ellen Kirsch zum wiederholten Male, nun aber in die fröhlich-melancholische Serenissima; Klein (höchstens 12 Teilnehmer) – aber fein (gutes Hotel, individuelle Begleitung)
Informationen: www.schnieder-reisen.de

Der Hamburger Reiseveranstalter Schnieder Reisen hat sich seit der Gründung 1922 zu einem ausgewiesenen Nordeuropa-Spezialisten entwickelt. Bereits seit den frühen 1990er-Jahren führt der Veranstalter Reisen nach Estland, Lettland und Litauen durch und war damit einer der Pioniere im Baltikum. Daneben finden sich aber auch Polen, Russland und Kaliningrad, Irland, Großbritannien und Skandinavien im Reiseprogramm. Das Angebot reicht von geführten und individuellen Rundreisen über Auto- und Motorradtouren, Rad- und Wanderreisen, Städtereisen, Schienen- und Flusskreuzfahrten sowie Erholungsurlaub auf der Kurischen Nehrung bis zu Sonderreisen zu den Themen Musik, Literatur oder Architektur. Darüber hinaus können über Schnieder Reisen auch Flüge, Fähren, Hotels und Mietwagen gebucht werden.

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